Sprache und Verstehen: „…ich verstehe Dich auch ohne das Du etwas sagst.“

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Einführung Vortrag Gadamers „Sprache und Verstehen“

In meinen Ohren klangen Gadamers Wortverbindungen poetisch wieder. In mir breitete sich ein Resonanzraum aus, der sich wie eine Glocke über oder um mich herum gestaltete. Zum Anfang fing ich noch an mitzuschreiben, aber schnell nahm mich dieser Vortrag mit auf eine Reise, in der mein Stift und das leere Blatt vor mir keinen Platz mehr hatten. Ich sog die Eindrücke in mir ein und ich ließ sie fast eine ganze Woche in mir nachreifen und sich ordnen oder finden. Deshalb werdet ihr in meinem Text nur von mir interpretierte/verdaute vielleicht sogar entstellte Splitter von Gadamers Vortrag „Sprache und Verstehen“ (1970) finden. Bitte seht es mir nach!

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Miteinander reden – der Ursprung von Veränderung

Am meisten entfaltete sich in mir: „ein Wort, dass trifft….“! Miteinander reden (ein Gespräch) verändert beide – sie zeigen dem anderen ihr „Ausgelegtes der Welt“ und tauschen sich darüber aus. Jedoch muss es eben nicht das gesprochene Wort sein, das trifft. Eher das „Ortlose“ oder die Zwischenräume, wie das Stocken oder Stutzen im Reden bzw. Denken sind oft die entscheidenden Brüche, die Veränderungen oder Richtungswechsel bewirken können. Diese „Modi der Sprachlichkeit“ gehören für Gadamer alle zusammen zur Sprache. Sprache ist eine „verborgende Kraft und Ausdruck unserer Lebendigkeit“. Unser Resonanzraum endet nicht im Ohr, sondern entfaltet sich in unserem Subjekt (unserem Zugrundgelegtem) und verändert uns stetig.

Die Warnung Gadamers zur „Sprachregelung“ hat mich ebenfalls sehr beschäftigt. Er zielt hierbei besonders auf die Massenmedien und Diktatoren, die Sprache für ihre Zwecke ausnutzen. Im weiteren Nachdenken sind mir einige Begriffe aufgefallen, die zeitlich oder geschichtlich entstanden, wie zum Bespiel „bombensicher“ oder „Satansbraten“. Worte, die wir einfach benutzen, ohne groß darüber nachzudenken, ob sie jemanden verletzten oder unser Denken einschränken bzw. normativ/radikal lenken.

Sprache als gemeinsame Basis für ein soziales Miteinander

Weiterhin finde ich es sehr erfrischend, wenn Gadamer dem „Wort“ den Begriff der „Aussage“ entgegenstellt und somit der Arroganz vieler Wissenschaftler/Forscher entgegentritt, eine „Sprache der Wissenschaft“ etablieren zu wollen, die es gar nicht geben kann. Schon im Roman „Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse wurde versucht, alle Wissenschaften in einer universellen Sprache zu fassen – auf Kosten von Kreativität, Verständlichkeit, Lebendigkeit und Freiheit. Es war die Poesie, die einst die Ursprache der Menschen darstellte. Ich denke, sie wird heutzutage viel zu sehr belächelt und zu wenig wertgeschätzt – können wir nicht gerade durch sie, Menschen motivieren zum Zuhören und zum Fühlen von „Worten, die treffen….!“.

HIER geht es zu Gadamers Vortrag – zum Nachhören und Nachfühlen!

Auch LESENSWERT, wenn Du Dich für psychodynamische Themen interessierst: Freud – Entstehung seiner Gedankenmodelle

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